Gratis-WLAN im ICE – Wie zuverlässig ist die neue DB-Technik?

Gratis-WLAN im ICE - Wie zuverlässig ist die neue DB-Technik?

„WIFIonICE“! Was klingt wie eine Eislauf-Gala mit B-Promis in der Stadthalle Bad Harzburg ist in Wirklichkeit der neue Name des WLAN-Hotspots in einigen ausgewählten ICE der Deutschen Bahn. Doch nicht nur der Name ist neu: Mit verbesserter Technik bereitet die Bahn den Rollout von kostenlosem WLAN in der ersten und zweiten Klasse ihrer Züge im Dezember 2016 vor. Wie zuverlässig ist die neue WLAN-Technik der Deutschen Bahn?

Neue WLAN-Technik im ICE – kostenloses WLAN in der zweiten Klasse ab Dezember 2016

Die Vorteile des Bahnfahrens für Handlungsreisende sind unbestritten: Bequeme Sitze inkl. ausreichender Beinfreiheit (wenn man im ICE sitzt und reserviert hat), Steckdose am Platz (für den, der keine Powerbank zur mobilen Stromversorgung dabei hat) und, natürlich: Internet (zumindest theoretisch)! Bahn: 3. Flugzeug: 0.

In einigen Test-ICE wurde nun der frühere Hotspot „Telekom_ICE“ durch das neue „WIFIonICE“ ersetzt. Natürlich steckt hinter der neuen SSID mehr, als nur eine etwas „hippere“ Bezeichnung des Access Points: Die Deutsche Bahn verspricht mit der neuen WLAN-Technik auch eine stabilere und schnellere Verbindung. Die Testphase auf ausgewählten ICE-Strecken ist im September angelaufen und dient als Generalprobe für die Zurverfügungstellung von kostenlosem WLAN auch für die zweite Klasse in allen ICEs der DB ab Dezember 2016.

Auf der Strecke Köln-Berlin bin ich in den Genuss des neuen WiFi gekommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (selbst-verschuldet) wurde ich positiv überrascht!

Neuer Name, neue Technik, besser surfen!

Gratis-WLAN im ICE - Wie zuverlässig ist die neue DB-Technik?
Als „WIFIonICE“ begegnet euch also das neue WLAN auf ausgewählten Strecken in ICEs der Deutschen Bahn.

Im September hat die Bahn begonnen, die ersten Züge ihrer ICE-Flotte mit neuer WLAN-Technik und Mobilfunk-Repeatern auszurüsten. Rund 100 Mio. Euro hat das Unternehmen bisher in die Modernisierung investiert und damit die Voraussetzungen dafür geschaffen, allen Reisenden der ersten und zweiten Klasse kostenloses WLAN zur Verfügung zu stellen.

Die Bahn setzt dabei auf eine Multi-Providertechnik, die es erlaubt, die schnellsten Datennetze (LTE/UMTS) aller verfügbaren Provider am jeweiligen Standort der Züge zu bündeln. Damit kann die Bandbreite vergrößert und Verbindungsabbrüche minimiert werden. Zwei wichtige Vorraussetzungen für den Gratis-Rollout im Dezember, will man mit dem neuen Service doch die Bahn als Verkehrsmittel der Zukunft attraktiv machen und sich gegen Billigflieger- und Fernbus-Konkurrenz in Stellung bringen.

Vorher vs. Nachher, Frust vs. Lust

Zwar musste ich in meinem Zug noch ein Tagesticket zum Surfen kaufen, die neue Technik kam jedoch bereits zum Einsatz, wie das neue SSID „WIFIonICE“ verriet. Im März 2016 fuhr ich die Strecke Köln-Berlin zuletzt, damals noch über den „Telekom_HotSpot“. Neuer Technik-Partner der Deutschen Bahn für das mobile Surfen ist das schwedische Unternehmen icomera, das die innovative Technik entwickelt hat.

Im Frühjahr, über den „alten“ Hotspot, hatte ich auf der gesamten Strecke immer wieder mit Verbindungsverlusten zu kämpfen. Vor allem in ländlichen Regionen zeigte sich der ICE-Hotspot dabei oft nicht zuverlässiger als das herkömmliche mobile Datennetz.

Wie zuverlässig ist die neue WLAN-Technik im ICE?

Die neue WIFI-Technik brachte da schon eine echte Verbesserung! Zwar gab es auch diesmal die – für eine Zugfahrt immer noch obligatorischen – Verbindungsabbrüche. Doch in vielen Regionen, in denen mein Handy keine Verbindung zum Netz herstellen konnte, lieferte „WIFIonICE“ immer noch genug Bandbreite für den normalen Arbeitstag im Train-Office.

Gratis-WLAN im ICE - Wie zuverlässig ist die neue DB-Technik?
Die WLAN-Technologie des schwedischen Unternehmens icomera bündelt Bandbreiten mehrerer Provider und verbessert so die Verbindung in Zügen oder Bussen.

Vorläufiges Fazit: Die Bahn hebt die Verbindungsqualität in ihren Zügen mit der neuen Technik von icomera insgesamt auf ein höheres Niveau. Trotzdem gibt es auch weiterhin in ländlichen Streckenabschnitten Probleme mit dem mobilen Datennetz. Wo nichts ist, kann schließlich auch nichts gebündelt werden…

Ausnahmsweise gibt es aber an dieser Stelle also mal kein Bahn-Bashing. Stattdessen sage ich ganz leise und unter Vorbehalt: Gut gemacht, Deutsche Bahn – auch wenn es noch Luft nach oben gibt. Ich bin gespannt, wie sich die neue WLAN-Technik unter Volllast auf den großen Pendler-Strecken, in vollbesetzten ICEs schlägt.

Es gibt jedoch auch einen kleinen (?) Haken für das kostenlose WLAN in der zweiten Klasse. Die Bahn hat angekündigt, dass das neue WiFi nur bis zu einem gewissen Datenvolumen kostenfrei sein soll. Wie groß dieses Inklusiv-Volumen sein wird, hat die Bahn bisher jedoch noch nicht bekannt gegeben. Bleibt also abzuwarten, wie klein bzw. groß dieser Haken letztlich sein wird… Bis dahin verbleibe ich mit einem freundlichen, aber bis zur Unkenntlichkeit vernuscheltem: „Sänk ju for träwelling end sörfing wis Deutsche Bahn.“

Was sind eure Erfahrungen mit dem ICE-Hotspot der DB?

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem neuen WLAN im ICE gemacht? Ich traue dem Braten noch nicht so ganz und bis gespannt, ob es doch noch negative Reise-Erlebnisse gibt, die die Vorurteile gegenüber der Deutschen Bahn bestätigen…😛

UPDATE: Ab Hannover wird´s schon eng, östlich von Wolfsburg macht dann selbst der stärkste Mobilfunk-Repeater schlapp…

Gratis-WLAN im ICE - Wie zuverlässig ist die neue DB-Technik?
Kindheit in den 80ern, Jugendzeit in den 90s, Studium Anfang des Jahrtausends. Politikwissenschaftler, Quereinsteiger in´s Online Marketing. Spätberufener Blogger. Für mich ist der 286er kein Longdrink, Milli Vanilli keine Eissorte und der Millennium-Bug kein Science-Fiction-Film. Ich liebe Apps, die die Produktivität im Büro steigern und Arbeitsprozesse vereinfachen. Auf diesem Blog lasse ich euch regelmäßig in meine Toolbox schauen 😉

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