Mobiles Internet: Das steckt hinter GPRS, 3G und Co.!

Mobiles Internet: Das steckt hinter GPRS, 3G und Co.!

Diesen Satz kennt leider jeder: „Ich hab hier nur EDGE!“. Das verheißt meistens nichts Gutes für den mobilen Zugang zu Facebook, Spiegel Online oder Whatsapp. Aber was genau steckt hinter der Bezeichnung? Und was ist eigentlich dieses „3G“?

„Always On“ zu sein ist heutzutage für viele eine Selbstverständlichkeit. Zu Hause, im Büro oder im Café an der Ecke surft man bequem per WLAN bei Spiegel & Co. vorbei. Unterwegs geht der bange Blick dann häufig auf das Handy-Display: Wie ist gerade die Datenverbindung? Steht schnelles LTE zur Verfügung oder muss an der Bushaltestelle am Stadtrand auch mal 3G genügen?

Mobil surfen: Wie schnell bin ich gerade unterwegs?

Mit EDGE ist man praktisch praktisch offline, 3G ist in Ordnung und mit LTE surft es sich wie zu Hause. So viel ist sicher, aber welche Download-Geschwindigkeiten sind mit den verschiedenen Verbindungstypen eigentlich möglich? Und was zum Teufel steckt hinter den Abkürzungen für unser mobiles Internet?

Vom A-Netz bis LTE: 5 Generationen mobiles Netz

Mobil telefonieren kann man in Deutschland tatsächlich schon seit 1958, im legendären A-Netz. Diese erste Generation eines funk-basierten Telefonnetzes war noch analoger Natur. Verließ man den Sendebereich eines Funkmastes, brach die Verbindung ab und musste in der neuen Funkzelle wieder aufgebaut werden. Endgeräte kosteten damals noch zwischen 8.000 und 10.000 Mark und wohl auch deswegen blieb die mobile Kommunikation lange ein Spaß für die oberen 10.784 (So viele Teilnehmer ließ das A-Netz technisch maximal zu, das war der andere Grund 😉 ).

Seit dem ist glücklicherweise viel passiert – wir surfen und telefonieren unterwegs mittlerweile in der dritten und vierten Mobilfunk-Generation. Die Evolution des mobilen Datennetzes brachte dabei nicht nur höhere Bandbreiten mit sich – zum Glück sind auch die Endgeräte deutlich günstiger geworden!

Netz-GenerationSeitVerbindungstypenBandbreiteDownload Kinofilm HD (8GB)
1G1958AMPS
2G1990erGSM / GPRS / EDGEbis 236 kBit/s3 Tage, 3 Stunden
3G2007UMTS / HSPA / LTEbis 150 MBit/s7 Min., 6 Sek.
4G2011LTE Advanced (LTE-A)bis 600 MBit/s1 Min., 46 Sek.
5G2020LTE Advanced Pro (LTE-AP)bis 10.000 MBit/s6,4 Sek.

Edge, GPRS, HSDPA, LTE: Das steckt hinter den Abkürzungen

Unser mobiles Datennetz entwickelt sich deutlich schneller, als das leitungsgebundene Netz. Das ist auch logisch, lässt sich die notwendige Infrastruktur über Sendemasten, die gleich ganze Landstriche mit Breitband-Zugängen versorgen, doch wesentlich leichter ausbauen, als mit Kupfer- oder Glasfaserkabeln.

Doch noch schwankt die mobile Verbindungsqualität von Ort zu Ort sehr stark. In städtischen Bereichen surfen wir fast flächendeckend mit LTE. In ländlicheren Gegenden jedoch steht manchmal nur 3G oder sogar lediglich EDGE zur Verfügung. Was bedeutet das genau für euer mobiles Internet?

VerbindungstypBedeutungmax. BandbreiteDownload große Website (250 KB)
GPRSGeneral Packet Radio Service40 kBit/s50 Sekunden
EDGEEnhanced Data Rates for GSM Evolution200 kBit/s10 Sekunden
HSPA / 3GHigh Speed Packet Access / 3. Generation7,2 MBit/s0,3 Sekunden
LTE / 4GLong Term Evolution / 4. Generation150 MBit/s0,02 Sekunden

Ihr seht: Mit EDGE ist surfen zwar grundsätzlich möglich, macht aber keinen Spaß, zumal die hier angegebenen Werte theoretische Berechnungen sind. Zeigt euer Handy-Display jedoch einen Verbindungstyp aus dem Netz der 3. Generation (z.B. „UMTS“, „3G“ oder „HSPA+“, je nach Anbieter), könnt ihr schnell und flüssig surfen und mailen. Ist an eurem aktuellen Standort sogar LTE verfügbar, surft ihr wie zu Hause – oder sogar schneller!

Netzabdeckung online checken

Mobiles Internet: Das steckt hinter GPRS, 3G und Co.!
Yes! LTE! Mit Long-Term-Evolution surft ihr mobil wie zu Hause – mit bis zu 150 Mbit/s! Musik & Videos zu streamen sind damit kein Problem. Den richtigen Handy-Tarif natürlich vorausgesetzt…

Neben der grundsätzlichen Netzverfügbarkeit beeinflussen weitere Faktoren die aktuell mögliche Bandbreite. Zum einen ist es entscheidend, wie viele Mobilfunkteilnehmer in eurer Zelle gerade aktiv sind. Eure Mutter vom Festival aus anzurufen ist also technisch wirklich schwierig! Auch das Neujahrs-Gespräch an Silvester solltet ihr besser auf den 1. Januar legen, das Jahr ist ja schließlich noch lang genug…

Der zweite wichtige Einflussfaktor auf die Verbindungsqualität zum Mobilfunknetz ist eure Bewegungsgeschwindigkeit. Je schneller ihr euch bewegt und je häufiger ihr dabei die Funkzelle wechselt, desto schlechter ist die Qualität und damit auch die potenzielle Bandbreite der Verbindung. Zu beobachten ist das sehr gut bei einer Internetverbindung über den Hotspot im ICE. Was nämlich sehr ärgerlich ist: Je schneller ihr fahrt, desto häufiger seid ihr offline. Pünktlich ankommen und während der Fahrt online sein geht also bei der Deutschen Bahn nicht 😉

Wenn ihr in den Urlaub oder auf Geschäftstreise fahrt, könnt ihr euch bei eurem Mobilfunk-Anbieter schon im Vorfeld über die wahrscheinliche Netzabdeckung am Zielort informieren und euch so auf eine evtl. unfreiwillige Entschleunigung einstellen…

Netzabdeckung online checken:

Wenn euch das nächste mal also jemand fragt, „was für Netz“ ihr habt, könnt ihr ganz lässig antworten: „Ich hab hier nur Enhanced Data Rates for GSM Evolution“ – viel Spaß beim Klugscheißen!

Mobiles Internet: Das steckt hinter GPRS, 3G und Co.!
Kindheit in den 80ern, Jugendzeit in den 90s, Studium Anfang des Jahrtausends. Politikwissenschaftler, Quereinsteiger in´s Online Marketing. Spätberufener Blogger. Für mich ist der 286er kein Longdrink, Milli Vanilli keine Eissorte und der Millennium-Bug kein Science-Fiction-Film. Ich liebe Apps, die die Produktivität im Büro steigern und Arbeitsprozesse vereinfachen. Auf diesem Blog lasse ich euch regelmäßig in meine Toolbox schauen 😉

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